Reitabzeichen-Lehrgang vom 31.Mai bis 08. Juni 2002
Am 31. Mai 2002 trafen sich die Kursteilnehmer auf dem Hof Vierhaus, um in den nächsten 10 Tagen gemeinsam alle Höhen und Tiefen im Leben eines „ehrgeizigen “ Reiters zu durchleben, mit dem gemeinsamen Ziel, am Ende die Prüfung zum Erwerb des Gangpferde-Reitabzeichens in Bronze, bzw. das Große Gangpferd, verbunden mit dem Basispass (Voraussetzung für den Erwerb aller Abzeichen) erfolgreich abzulegen.
Am Morgen fand zunächst eine Besprechung zum Kursablauf und Prüfungsinhalt statt, am Nachmittag nahm Stephan eine „Sichtung“ unserer reiterlichen Fähigkeiten vor, damit er sich einen Überblick über das Können bzw. die Schwächen seiner Schüler machen konnte.
Da sich die Prüfungen „Basispass“ und „Reitabzeichen“ aus Theorie und Praxis in Pflege, Umgang, Anatomie, Krankheiten, Haltung, Verladung, Futtermittel, Ausrüstung, Vorstellung an der Hand bzw. Kenntnisse der Gangpferderassen mit ihren rassetypischen Eigenschaften und Gangarten, Mehrgangreiten, „mittlere“ Rittigkeit, Signalreiten, Geländestrecke etc. zusammensetzen, erwartete uns ein abwechslungsreiches und anstrengendes Programm, wobei zudem am Ende eines jeden Tages zusätzlich zum theoretischen Unterricht auch noch privates Büffeln anstand.
Begonnen wurde jeder Kurstag mit einem gemeinsamen Misten um 08:00 Uhr. Gegen 09:00 Uhr wurde dann kurz der Programmablauf des jeweiligen Tages bekanntgegeben und die Teilnehmer entsprechend eingeteilt, denn der Reitunterricht fand sowohl gemeinsam (sieben Personen), in kleineren Gruppen oder aber auch alleine statt, so daß Stephan individuell auf die Probleme der einzelnen Reiter eingehen konnte, denn beim einen haperte es z.B. bei den Seitengängen, der andere hatte Schwierigkeiten mit dem Tölt oder das Tempo war zu schnell – von diversen anderen Schwierigkeiten ganz zu schweigen.
Im Anschluß an den praktischen Teil oder auch zwischendurch wurde theoretischer Unterricht abgehalten, wobei Stephan hier von Ellen unterstützt wurde. Zudem stellte jeder Kursteilnehmer an einem Tag – wie vorher abgesprochen – eine Gangpferderasse in einem Kurzreferat vor.
Das Ende des Tages war immer offen – mal um 19:00 Uhr / mal erst um 21:00 Uhr.
Hatten wir uns zu Anfang noch „ erlaubt“, in „Frei - Zeiten“ den anderen beim Unterricht zuzuschauen, so wurde dies mit dem Näherrücken des Prüfungstages deutlich eingeschränkt, da die Zeit zum Lernen benötigt wurde. Waren wir doch immer der Meinung, den Stoff nicht mehr rechtzeitig in unseren Gehirnen abspeichern zu können, zumal zwischendurch immer mal wieder der Satz „das wird sicherlich gefragt “ eingeworfen wurde. Ich glaube, der Alptraum aller Teilnehmer war die Fuß- und Phasenfolge der einzelnen Gangarten, denn welcher normalsterbliche Reiter hatte sich vorher ernsthaft damit auseinandergesetzt, wann welcher Fuß wie wo auffußt? Bei unseren Anfangskenntnissen ist sicherlich so manches Pferd in der Theorie mit Knoten in den Beinen auf die Schnauze gefallen (Ich weiß, Stephan, ich schaffe das auch praktisch). Nur gut, daß wir unsere Vierbeiner unter dem Sattel haben und keinen Tausendfüßler.
Am Mittwoch wurde unsererseits mittags gestreikt und um eine Auszeit gebeten, da unsere Auffassungsgabe zusehens zu wünschen übrig ließ. Abends haben wir uns dann gemütlich zur Entspannung im Restaurant getroffen.
Samstag war es dann soweit. Ab 09:00 Uhr begann dann unter der Leitung von Andrea Jänisch die Abnahme der Prüfung. Die – unterbrochen durch eine kurze Mittagspause – um 19:30 mit der Bekanntgabe der Ergebnisse und Übergabe der Urkunden endete –
und .... wir haben alle bestanden !!!
Die 10 Tage waren sicherlich anstrengend, Haben aber auch viel Spaß gemacht und wir haben sehr viel gelernt. Es hat sich gelohnt – selbst wenn man die Prüfung vielleicht nicht bestanden hätte.
Wir - denn ich glaube, ich spreche für alle Teilnehmer - möchten uns auf diesem Wege nochmals herzlich bei Stephan für all seine Bemühungen, jeden einzelnen von uns bestmöglich und erfolgreich zum Ziel zu bringen, bedanken! Er hat während des Kurses sicherlich so manchesmal Nerven gelassen, uns in Gedanken sonstwohin gewünscht – und auch während der Prüfung – sichtbar – mit uns gelitten. Auch Ellen ein Dankeschön für ihre Mühe, ihre Aufbauarbeit und ihr Mitzittern!
Interessant anzumerken wäre vielleicht noch, daß der Großteil der teilnehmenden Pferde Töltende Traber waren.
Ulla Averkamp



erstellt von Sabine Carlé