ein Muli vergisst nie dann wohl auch gezielt treten oder in die Ecke stellen.

Beim Training sind einige Unterschiede zu beachten:

Pferde kann man relativ einfach zu Dingen zwingen, Esel kann man nur überreden.

Esel und Esel- Hybriden brauchen etwas mehr Zeit und viel ruhige Konsequenz, um Dinge zu erlernen, es sitzt dann aber viel besser – ein Leitsatz der Ausbildung, gefunden in amerikanischen Trainingsbüchern heißt:

Bewahren Sie sich Ihren Sinn für Humor und seien Sie geduldig!!
 

Also, wir werden sehen, was die Zukunft uns bringt – wer Fragen zu dem Thema hat, kann uns gerne anrufen, mailen etc. und auch selbst ein bisschen im Internet surfen z.B. www.gaited-mules.com und www.mules.com und www.themulestore.com usw.
 
Ellen Vierhaus

Schon seit geraumer Zeit interessieren wir uns nicht nur für Pferde, sondern auch Esel und vor allem Maultiere und Maulesel, als Kreuzungsprodukte zwischen Eselhengst und Pferdestute, finden wir besonders interessant.

Schon oft haben wir in Dokumentationen und Western Mulis und Esel gesehen, die tölteten oder passten, (wir gucken in Western mehr auf die Beine und Fußfolgen der Reittiere, als dass wir auf die Handlung achten!) und unser Wunsch besteht seit langem, auch mal so ein Tier zu reiten und zu besitzen. Stephan und ich erhielten dann ein paar Mal Gelegenheit, spanische Mulis zu reiten, die sehr bequeme Gänge hatten und zumindest walk- oder foxtrottähnliche Bewegungen beim Reiten zustande brachten. Eines davon Moses, steht als Pensions- und Schulmuli bei uns auf dem Hof!!

Esel haben viel härtere Hufe, brauchen weniger Kraftfutter und vertragen unregelmäßigere Wassergaben, sie haben eine größere Hitztoleranz.

Esel sind sehr trittsicher, auch auf Felsen und überhaupt geschickt auf den Beinen.

Die Knochenstruktur ist dichter und härter, als bei Pferden, ebenfalls die Zusammensetzung der Muskeln.

Ein Esel verfügt über 62 Chromosomen, ein Pferd über 64 Chromosomen. Aufgrund der unterschiedlichen Chromosomenzahl hat das Kreuzungsprodukt 63 Chromosomen und ist in der Regel nicht fortpflanzungsfähig!

Esel haben eine Tragzeit von 12 Monaten, eine Pferdestute trägt ein Maultierfohlen ebenfalls 12 Monate!

Bisher gelang es uns noch nicht, solche spanischen Mulis zu importieren, ein Gangmuli aus den USA war uns zu teuer (die sind dort zum Teil teurer als Tennessee Walker, diese Walker oder Rack Mulis) und so reifte der Entschluß, uns solche Tiere selbst zu züchten, und warum nicht z.B. aus guten töltenden Traberstuten.

Also begann ich mich zu erkundigen, es gibt in Deutschland eine IG Esel und Mulifreunde, aber von Gang wusste da keiner was.

Maryan Zyderveld (Besitzerin von 2 TW Hengsten und Autorin des Tölt- Anhangs in Feldmanns Blauer BIBEL) bestärkte meinen Verdacht, dass die meisten Esel zumindest geritten eine Veranlagung zu langsamem Tölt haben, ich surfte wie wild im Internet (in USA gibt es z.B. eine Gaited Mules Association), knüpfte Kontakte in Montana und Brasilien (da gibt es spezielle Gangesel - Zuchten, z.B. der Pega Donkeys) und tat den Vorbesitzer unseres jungen Großeselhengstes Quarterback auf.

Ich wurde vor der Zucht mit den sehr großen französischen Poitoi – Esel gewarnt (zuviel Knochen und Kniescheibenprobleme, da nie zur Arbeit verwendet) und wir fanden in unserem knapp 1,40m großen Martina Franca Esel einen stabilen, gesunden Kerl (die Martina Francas mussten in Italien immer arbeiten!), der eine gute laterale Veranlagung mitbringt und einen sehr sanftmütigen Charakter hat.

Wir kauften ein Tinker Muli, aus einem katalanische Riesenesel (der Passveranlagung hat) und mit Glück werden wir nach dem Anreiten, womit wir gerade begonnen haben, einen zumindest langsam töltenden Muli hier haben. Die ersten Erfahrungen mit den Langohren bestärken uns in diesem Tun und ab 2002 werden wir versuchen, 1 bis 3 Mulifohlen jährlich zu züchten. Über die Arbeit mit den beiden sehr unterschiedlichen Tieren (Mulistute und Eselhengst) werde ich weiter berichten.

Hier noch ein paar grundsätzliche Informationen (zum Teil aus den unterschiedlichsten Quellen zusammen gesucht und deshalb noch erprobungswürdig!):
 

Esel haben ein anderes Angstverhalten als Pferde, d.h. sie erstarren in für ihnen nicht einzuschätzenden Situationen, während ein Pferd sein Heil in der Flucht sucht.

Maultier nennt man die Kreuzung aus Eselhengst und Pferdestute, Maulesel die Kreuzung aus Eselstute und Pferdehengst, die schwieriger ist, da viele Pferdehengste aufgrund des etwas unterschiedlichen Rosseverhaltens und es anderen Geruchs keine Eselstuten decken wollen. (deswegen wird da oftmals mit künstlicher Besamung gearbeitet)

Maultiere und Maulesel haben weichere Muskeln als Pferde, dadurch sind sie (Mulis) besser für Ausdauerleistungen geeignet. Sie haben weniger Fluchtreflexe, oft bessere Hufe und sind allgemein trittsicherer in schwierigem Gelände, dafür gehen sie nicht so gern durchs Wasser.

Sie sind sehr vernünftig und haben einen großen Selbsterhaltungstrieb, der ihnen oft als Störrigkeit falsch interpretiert wird.

Maultiere, Maulesel und Esel sind sehr menschenbezogen und freundlich (können wir nur bestätigen), bei falscher, z.B. schmerzvoller Behandlung können sie sehr nachtragend sein und zumindest die Hybriden (Mulis und Maulesel) sollen den Menschen nach dem Motto

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erstellt von Sabine Carlé

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